Am Valentinstag beginnt das “Jahr des Tiger”

Die Geschichte des chinesischen Horoskops
Seit über 5000 Jahren gibt es die chinesische Astrologie. Eine Wahrsagekunst, die nach Mondjahren berechnet wurde. Im Laufe der Zeit passte man sie unseren Sonnenjahren an.  Das chinesische Horoskop ist, im Gegensatz zu seinen abendländischen Verwandten, ein lunares Horoskop. Das bedeutet, dass es sich nicht am Sonnen-, sondern am Mondkalender orientiert. Ein Mondjahr zählt nur 354 Tage, d.h. zwölf Monate von je 29,5 Tagen. Der Neumond kündigt den Monatsbeginn an, der Vollmond die Monatsmitte. Alle dreißig Monate wird ein Schaltmonat dazwischen geschoben, um die Differenz zu den 365 Tagen Umlaufzeit der Erde um die Sonne auszugleichen. Der Mondkalender gründet sich auf einen Zyklus von sechzig Jahren, der sich wiederum in fünf Perioden von je zwölf Jahren unterteilt. Aus diesem Grund fällt beispielsweise der chinesische Neujahrstag nicht auf den l. Januar, sondern, da das Datum durch den ersten Neumond des neuen Mondjahres bezeichnet wird, liegt meistens Mitte Januar bis Ende Februar.

Aber nicht nur der Zyklus, der zur Berechnung des Horoskops dient, unterscheidet sich von den in Europa bekannten Horoskopen. Auch die Interpretation der Gestirne geht in eine etwas andere Richtung. Im chinesischen Horoskop spielt die Zukunftsdeutung eine eher untergeordnete Rolle, vielmehr versucht das chinesische Horoskop, das Schicksal eines Menschen, seine Charaktermerkmale sowie seine grundlegenden Wesenszüge zu bestimmen. Nicht zukünftige Ereignisse stehen im Vordergrund, sondern der Mensch. Die alten Chinesen unterscheiden zwischen zwölf Charaktertypen – den zwölf Tierkreiszeichen. Jedes Tier ist dabei Regent eines Jahres, und nicht wie in der abendländischen Astrologie der Beherrscher eines Monats. Das chinesische Horoskop ist also ein Jahreshoroskop. Einer Legende zufolge rief Buddha, als er die Welt verlassen wollte, um ins Nirwana einzugehen, noch einmal alle Tiere zu sich. Die Jahresnamen soll er in der Reihenfolge vergeben haben, wie die Tiere eingetroffen sind: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jedes Jahr sollte von nun an den Namen eines Tieres tragen, und jedes Tier sollte auf die Ereignisse während seines Jahres Einfluss ausüben können – und damit auf das Schicksal der Menschen, die in dieser Zeit geboren werden.

So geschah es. Buddha und die zwölf Tiere kamen überein, diesen Zyklus von zwölf Jahren bis zum Ende der Welt bei zu halten. Jedes Tier sollte im regelmäßigen Turnus – alle zwölf Jahre also – “sein” Jahr bekommen. Da es 12 Tierkreiszeichen gibt, dauert ein Tierzyklus 12 Jahre. Er beginnt mit dem Jahr der Ratte und endet mit dem Jahr des Schwein. Der Zyklus ist vom Planeten Jupiter abhängig, der für eine Sonnenumkreisung 12 Jahre benötigt.

Die Basis des chinesischen Horoskops bilden daher diese zwölf Tierkreiszeichen, die jeweils für ein Jahr, einen Monat und eine der zwölf Doppelstunden des Tages stehen. Sie wirken sich auf das irdische Geschehen aus und werden demzufolge Irdische Zweige (di dschi) genannt. Ihnen werden zum einen bestimmte Eigenschaften zugesprochen, zum anderen teilt man sie gemäß dem Polaritätsprinzip den Grundkräften Yin und Yang zu. Des weiteren wird der Einfluss von fünf Planeten, die ihre Entsprechung in den fünf Elementen finden, berücksichtigt (Merkur/Wasser, Venus/Metall, Mars/Feuer, Jupiter/Holz und Saturn/Erde). Diese ergeben in Kombination mit den Grundkräften Yin und Yang insgesamt die zehn Himmelsäste (tiän gan), welche mit den Tierkreiszeichen verbunden werden.

Die von den Tierkreiszeichen abgeleiteten Eigenschaften werden durch die fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) und andere Einflüsse so weit variiert, dass einer Person ein individuelles Persönlichkeitsprofil zugeordnet werden kann. Mit Hilfe dieses Profils versucht die chinesische Astrologie in Verbindung mit den Charakterzügen der Personen des unmittelbaren Umfeldes eines Menschen, ein ganz persönliches Schicksal zu prophezeien.

Am Valentinstag, 14. Februar 2010 beginnt das Jahr des Tigers. Welches Schicksal Ihr Tierkreiszeichen im Mondjahr des Tigers für Sie bereit hält, können Sie in unserem Horoskop nachlesen. Unter welchem Tierkreiszeichen Sie geboren sind, finden Sie an Hand der Jahreszahlen, die unter jedem Sternzeichen stehen, heraus.

Text: Wolfgang Wirth (wwp)

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