Die Versöhnung des Kapitalismus mit dem Islam
Der amerikanische Politologe Vali Nasr lehnt den aggressiven Weg des Westens gegenüber dem Islam strikt ab. Auch von gut gemeinten Ratschlägen an die Muslime, sich zu ändern, ist er nicht begeistert. Der einzige Weg zu einer Kooperation, führt über die Ökonomie.
Der Extremismus kann nur von Innen heraus überwunden werden. Für Vali Nasr geht es bei der Beziehung zwischen den westlichen Staaten und dem Islam nicht um Toleranz, sondern darum, wie Muslime und westliche Staatsbürger gemeinsame Werte entwickeln können. Er glaubt, dass das nur der Kapitalismus zustande bringen kann.
Der Extremismus in der Religion ist für Vali Nasr nach wie vor ein großes Übel, das nicht unterschätzt werden darf. In einigen Staaten des Islams werde er bis auf weiteres eine prägende Dominante darstellen. Der Extremismus kann nur von innen überwunden werden – von dem Gruppe der Gesellschaft, die erkennt, dass der Dschihad der Ökonomie schadet.“
Vali Nasr ist der Meinung, dass im Islam die großen Reformer aus dem Bereich des Unternehmertums komemn. Das erscheint auch logisch, denn diese Gruppe wird von einer Öffnung zum Westen und zum Kapitalismus am Meisten profitieren. Unternehmer und Geschäftsleute haben nichts von einer Abschottung – im Gegenteil. diese Abschottung bestraft ja nicht die Amerikaner, beziehungsweise den Westen, sondern die Leute im eigenen Land.
Kurzbiographie: Vali Nasr
Der 49 Jahre alte Vali Nasr stammt aus der iranischen Hauptstadt Teheran und zählt zu den bedeutendsten Islam-Gelehrten der heutigen Zeit. In seinem aktuellen Werk mit dem Titel “Forces of Fortune” analysiert Vali Nasr die Entstehung einer neuen muslimischen Mittelschicht. Im Januar 2009 berief ihn der Sonderbotschafter der USA, Richard Holbrooke, zu seinem Chefberater.
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