ENERGIESPARER 2010
Umweltministerin Tanja Gönner und Sparkassenpräsident Peter Schneider gaben heute (12. Januar 2010) in Stuttgart den offiziellen Startschuss für die Klimaschutzkampagne “Energie clever nutzen!” Es ist die bundesweit erste Kooperation eines Landesumweltministeriums mit einer Finanzgruppe zum Klimaschutz im Gebäudesektor. Landesweit 54 Sparkassen beteiligen sich und bieten ab dieser Woche ihren Kunden umfassende Informationen über Fördermöglichkeiten und maßgeschneiderte Angebote zur Finanzierung einer energetischen Modernisierung von Wohngebäuden an. “Mit der Kampagne sprechen wir gezielt die Besitzer der 2,3 Millionen Wohngebäude im Land an. Wir wollen einen Anstoß geben, die Energiebilanz der eigenen vier Wände zu optimieren und gleichzeitig die Umsetzung der seit Jahresbeginn geltenden Klimaschutzvorgaben für Wohngebäude unterstützen”, erklärten Umweltministerin Gönner und Sparkassenpräsident Schneider.
Hintergrund der Kampagne ist die in Baden-Württemberg nach dem “Erneuerbare-Wärme-Gesetz” seit Jahresbeginn geltende gesetzliche Vorgabe, beim Austausch einer Heizungsanlage die Wärmeversorgung anteilig auf erneuerbare Energien umzustellen. Heizung und Warmwasserbereitung müssen danach künftig zu mindestens zehn Prozent aus regenerativen Quellen wie Solarthermie, Bioenergien wie Holzpellets oder Erdwärme und Wärmepumpen gewonnen werden. Alternativ können nach dem Gesetz auch über eine verbesserte Wärmedämmung an Fassade oder Dach Energie eingespart und der Kohlendioxidausstoß gesenkt werden. “In Baden-Württemberg werden etwa 50.000 Heizungsanlagen pro Jahr ausgetauscht. Das ist ein guter Zeitpunkt, auf erneuerbare Energien umzusteigen oder auch die Wärmedämmung an einem Gebäude zu verbessern und entsprechend die neue Heizungsanlage anzupassen”, so Umweltministerin Gönner.
Im Gebäudebestand seien die Möglichkeiten Energie einzusparen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten besonders groß: Rund 70 Prozent der Gebäude in Baden-Württemberg wurden vor 1978 und damit ohne jegliche Vorgaben zur Wärmedämmung erbaut. Knapp 30 Prozent des CO2-Ausstoßes gingen in Baden-Württemberg auf das Konto Heizen und Warmwasserbereitung von Gebäuden. Zwar nehme Baden-Württemberg bei der energetischen Modernisierung von Wohngebäuden im bundesweiten Vergleich einen vorderen Platz ein. So sei im vergangenen Jahr etwa jeder sechste Euro der über die Kreditanstalt für Wiederaufbau abgewickelten staatlichen Förderprogramme und damit rund 1,5 Milliarden Euro in den Südwesten geflossen. “Damit wurde im vergangenen Jahr ein Rekordniveau erreicht.” Dennoch würden auch in Baden-Württemberg jährlich nur rund zwei Prozent der Gebäude energetisch auf Vordermann gebracht, so Umweltministerin Tanja Gönner. “Es gibt einen erheblichen Modernisierungs-stau.”
Die Kosten einer energetischen Modernisierung eines Ein- bis Zweifamilienhauses könnten sich zwar auf 50.000 bis 60.000 Euro summieren, so Sparkassenpräsident Schneider. “Es sind jedoch Investitionen in die Zukunft.” So könnten die laufenden und zuletzt überdurchschnittlich gestiegenen Heiz- und Energiekosten je nach ursprünglichem Zustand eines Gebäudes um bis zu über 70 Prozent gesenkt werden. Investitionen in erneuerbare Energien und eine verbesserte Wärmedämmung könnten sich dadurch auf längere Sicht sogar finanziell rechnen, betonte Präsident Schneider. “In der Wohnraumfinanzierung sind die in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegenen Ausgaben für Energie ein Kostenfaktor, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.” Außerdem könne durch eine energetische Modernisierung der Wert einer Immobilie gesteigert und der Wohnkomfort erhöht werden.
Einen weiteren Anreiz soll ein Wettbewerb “Energie-Sparer 2010″ geben, so Peter Schneider. “Der Wettbewerb ist für Haus- und Wohnungseigentümer ge-dacht, die eine Teilmodernisierung oder auch eine umfangreiche Sanierung durchführen wollen.” Ausgezeichnet werden sollen besonders innovative Energiesparlösungen. Ein Bewertungskriterium sei dabei der durch die Modernisierung eingesparte CO2-Ausstoß. “Wir wollen die insgesamt mit der Kampagne eingesparte CO2-Menge an eine Investition in ein Klimaschutzprojekt koppeln”, kündigte Präsident Schneider an. Pro eingesparter Tonne CO2 würden die Sparkassen zehn Euro für die energetische Modernisierung eines Gebäudes eines gemeinnützigen Trägers wie beispielsweise einer Sportanlage oder eines Pflegeheimes in der jeweiligen Region zur Verfügung stellen.
Über die Kampagne “Energie clever nutzen!” hinaus werde über eine Vielzahl von staatlichen Förderprogrammen modernisierungswilligen Hausbesitzern unter die Arme gegriffen. “Angesichts des aktuell niedrigen Zinsniveaus für Bau- und Modernisierungskredite sind die Bedingungen so attraktiv wie noch nie”, so Umweltministerin Gönner und Präsident Schneider. Neben umfassenden Informationsangeboten könnten zinsverbilligte Darlehen beantragt und auch Direktzuschüsse gewährt werden. Umweltministerin Gönner kündigte an über das Förderprogramm “Wohnen mit Zukunft” in diesem Jahr gemeinsam mit der L-Bank zinsverbilligte Darlehen mit einem Kreditvolumen 45 Millionen Euro zu gewähren und damit die über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr¬kontrolle (Bafa) abgewickelten Bundesfördermittel zu verstärken. “Über die Förderung werden weitere Anreize geschaffen und zusätzliche Impulse gegeben”, so Umweltministerin Gönner.
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