Norovirus
Weniger Norovirus-Infektionen als im Vorjahr
Bodenseekreis, 18. März 2010. In Baden-Württemberg wurden im letzten Jahr weniger Norovirus-Infektionen gemeldet, die schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) erkrankten im Rekordjahr 2008 rund 18.900 Menschen an Noroviren, im vergangenen Jahr waren es 14.900. Auch im Bodenseekreis ist laut Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der Fälle zurück gegangen. Im Vergleich zu 2008 wurden vergangenes Jahr mit 307 Fällen 30 Prozent weniger Erkrankungen gemeldet. “Eventuell haben verstärkte Hygienemaßnahmen zur Vermeidung der Schweinegrippe auch die Noroviren in Schach gehalten”, erklärt Nicole Battenfeld, Sprecherin der TK in Friedrichshafen.
Ansteckungsgefahr besteht vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern. Rund 48 Prozent der Infizierten 2009 waren 70 Jahre oder älter. Die Magen-Darm-Infektionen treten plötzlich auf und zeichnen sich durch starkes Erbrechen, Durchfälle, Übelkeit, Kopf- und Bauchschmerzen aus. “Betroffene verlieren viel Flüssigkeit und sollten deshalb viel trinken”, rät Battenfeld, “Um den Elektrolytverlust auszugleichen kann man dünne Apfelsaftschorle mit einer Prise Salz ausprobieren.” Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich eine Elektrolytlösung in der Apotheke oder nutzt folgendes Rezept der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Sechs gestrichene Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz in einen Liter Wasser einrühren.
Falls nicht anders möglich, sollte die Flüssigkeit löffel- oder schluckweise aufgenommen werden. Kinder, die sich total verweigern, müssen umgehend zu einem Arzt. Auch Erwachsene sollten ärztliche Hilfe suchen, wenn am zweiten Tag keine Besserung der Symptome eintritt. Da die Viren und Bakterien noch bis zu zwei Wochen nach der Erkrankung ausgeschieden werden können, sind Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife besonders wichtig. Toiletten und Oberflächen sollten mit Haushaltsreiniger geputzt und Kleidung besonders heiß gewaschen werden.
Noroviren – Alarm: Trinkwasser macht krank
Norovirus-Infektionen werden durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Unsere Wasserwerke können Viren regelmäßig nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Offensichtlich folgen die Norovirus-Infektionen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser und in den Wasserleitungen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar/März. Also muss das Trinkwasser die Norovirus-Infektionen auslösen! Unsere Wasserwerke müssen so nachgerüstet werden, dass auch Viren abgefiltert werden.
Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
soddemann-aachen@t-online.de
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